Bist du eine Drama-Queen?

L(i)ebst du dein Drama? – Wie gehst du mit (Familien-) Dramen um?

 

Es gibt so Situationen, da komm ich nicht aus. Da geht es mit mir durch. Mein Ego. Wie eine Rakete starte ich ferngesteuert auf meiner Drama-Mission. Es wird richtig brenzlig. Rauch steigt auf und die Flammen des Antriebs verbrennen alles, was nicht schnell genug in Deckung geht. So steige ich höher und höher. Bis ich nicht mehr zu sehen bin. Gratulation! Drama-Mission erfolgreich gestartet.

Bist du auch eine „Drama-Queen“? Geh es dir auch manchmal so? Jemand aus deinem Freundeskreis oder deiner Familie bringt einen blöden, klugscheißerischen 😉 Kommentar über deinen Umgang mit deinem Kind und/ oder deine „Erziehung“ und du gehst in die Luft wie eine Rakete von der NASA. Unklar, ob du deine Mission schaffst oder dich dabei selbst demontierst.

Du bist nicht dein Ego

Halte dir dabei immer vor Augen, dass ihr, du und dein Ego, nicht ein und das Selbe seid. Genau so wenig wie du deine Gefühle bist. Du kannst spüren, dass du traurig bist. Darüber legt sich vielleicht das Gefühl von Wut, Aggression und Enttäuschung. Aber du bist weder die Trauer noch die Wut, die du spürst. Du bist mehr und wenn du dich nicht in den Gefühlsstrudel hineinziehen lässt, stehst du darüber. Beobachte deine Gefühle. Liefere dich ihnen nicht aus.

Das selbe gilt für dein Ego. Dein Ego ist die Schutzmauer und die Maske die du dir aufgebaut hast. Wie das Schneckenhaus eines Einsiedlerkrebses. Es ist ein Schutz für deinen weichen, empfindlichen Körper, deinen wahren Wesenskern. Der Mensch, von dem du das Gefühl hast, der könntest du sein, wenn „alles stimmt“. Doch weil in unserer Welt selten „alles stimmt“, bauen wir uns unsere Schneckenhäuser und Schutzpanzer, damit wir nicht verletzt werden.

Dein Ego nimmt diese Schutzfunktion, die ihm aufgetragen wurde sehr ernst. Es hat dir extra ein Kopfkino gebaut. Damit kann es dir genau zeigen, was alles passieren könnte, wenn du dich so oder so entscheidest. Oder wie es mit seinen hellseherischen Fähigkeiten das nächste Familientreffen orakelt.

Und wenn es dann so weit ist sitzt du bei dem Familientreffen und wartest auf dein „Stichwort“, während dein Ego freudig, aufgeregt: „Uuuunndd Action!“, ruft.

 

Liebst du dein Drama?

Unschöne Begegnungen

Er (oder sie) wird es wieder nicht lassen können! Ob Vater, Bruder, Schwester oder Schwiegermutter. Er oder sie wird dir wieder einen blöden Kommentar zu deinem Umgang mit deinem Kind rein drücken. ACHTUNG! Schon allein dieser Gedanke und die Wortwahl dazu kommen von deinem Ego und stellen erste Schutzmaßnahmen dar.

„Schläft er immer noch bei euch? Er muss lernen alleine zu schlafen, sonst wird er ein Muttersöhnchen“

„Wieso hat er davor Angst? Bestärke ihn nicht auch noch mit deiner Trösterei, sonst wird er ein Weichei!“

„Jetzt ist sie schon so groß, jetzt musst du aber endlich mal abstillen!“

„Wenn du sie immer trägst, wird sie stinke faul und läuft nie alleine!“

Solche und andere Sprüche kennst du wahrscheinlich schon. Dein Ego erwartet sie auch schon und bereitet sich darauf vor. Es überlegt sich, wie es bestimmten Situationen entgehen kann, legt sich Sprüche zurecht, die es entgegen feuern kann, Angriffe und Fluchtwege werden ausgetüftelt.
„CUUUTTTT!“ , nein, das war nicht dein Ego. Das war ich 😉

Wenn du dich intensiver mit solchen Mechanismen beschäftigen willst, ist das Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ von Paul Watzlawick genau der richtige Einstieg.

 

Dein Drama und die Realität

Das Kopfkino läuft, schon bevor irgendetwas in der Realität passiert ist. Dein Ego hat das ganze Treffen bereits durch inszeniert. Es macht dir damit dein Leben (unnötig) schwer. Denn es bereitet dich auf etwas vor und lässt es dich auch komplett durchleben (oft inklusive aller Streßgefühle und Adrenalinschübe). Sogar mehrmals. Dabei weißt du nicht mal, ob das wirklich passieren wird.

Wenn du mal ganz offen und ehrlich auf ähnliche Situationen zurück blickst…
Welche Themen kamen „auf’s Tablett“? Waren es Themen bei denen du dir ganz sicher warst? Oder waren es Themen, die für dich selbst noch neu und unsicher waren oder Dinge zu denen du dir gerade selbst Gedanken gemacht hast, wie zum Beispiel das (Ab-) Stillen?

Es kommen nur Themen auf, die auch einen Resonanzboden finden. Wenn du unsicher bist, wirst du zu diesem Thema „geprüft“, durch die Kommentare und Fragen aus deinem Umfeld. Du kannst es als Kritik betrachten oder als Lernfeld, um deinen eigenen Standpunkt zu festigen.

Es gibt aber auch Situationen, da hast du deinen Standpunkt für dich schon gefunden und wunderst dich vielleicht, warum dieses Thema aufkommt. Sobald du deinen sicheren Standpunkt gefunden hast, wirst du zum Spiegel für andere, die dort noch einen unsicheren oder wunden (Stand-) Punkt haben. Zum Beispiel die Schwiegermutter, die selbst nicht Stillen konnte. In beiden Fällen geht es nicht um dich persönlich. Sondern nur um die Interpretation deines Gegenübers, seine Gedanken und Glaubenssätze. Das alles hat mit dir und deinem Leben nicht viel zu tun.

Kein Drama! Stell dir vor, wie du eine schwierige Situation ruhig und souverän meisterst, statt sie persönlich zu nehmen.

Überprüfe deine Realität

Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Ego „auf dem Tisch `nen Cha Cha tanzt“ und dir eine Blockbuster reife Filmvorstellung in deinem Kopfkino liefert, wird es Zeit deine Realität zu überprüfen.

Ein ganz tolles Mittel, dass ich für mich entdeckt habe, ist „the work“ von Byron Katie. In der Kurzfassung überprüfe ich einen Gedanken oder eine Behauptung, die mich nicht los lässt, indem ich mir dazu ihre vier Fragen stelle:

  1.  Ist das wirklich wahr?
  2. Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
  3. Wie reagiere ich, was passiert, wenn ich diesen Gedanken glaube?
  4. Wer wäre ich ohne den Gedanken?

Danach kehre ich die Aussagen um und suche ein bis drei echte Beispiele für die Umkehrung.

Aber ich habe keine Ausbildung in „the work“. Wenn es dich näher interessiert und du genauer wissen willst, wie das alles funktioniert und tolle Videos von ihrer „Arbeit“ findest du HIER.

Denke dran, alles worauf du (emotional) reagierst, ist in dir bereits vorhanden und wird dir von Außen nur gespiegelt. So hast du die Chance dich damit bewusst(er) auseinander zu setzen.
Es gibt auch Situationen, die du ganz ruhig und souverän meisterst. Was ist der Unterschied? Genau! Du nimmst es nicht persönlich und fühlst dich nicht angegriffen. Stelle dir also vor, wie du in einer schwierigen Situation reagieren könntest, wenn du es nicht persönlich oder als Angriff verstehen würdest. Stelle dir vor, wie du diese schwierige Situation ruhig und souverän meisterst. Schaue dir diesen neuen Film in deinem Kopfkino an, statt das alte Drama deines Ego-Regisseurs. So kannst du dein Unterbewusstsein umprogrammieren und deine Realität positiv verändern.

 

Bis zum nächsten Mal!
Mamaherz-liche Grüße, deine Jasmin <3

 

P.S.: Schreib mir gerne deine Gedanken zum Artikel oder deinen Tipp, wie du solche Dramen meisterst, in die Kommentare! Ich freu mich! 🙂

Jasmin

Ich bin Zweifach-Mama, Sozialpädagogin, Stillberaterin und artgerecht Coach.
Als solche berate und begleite ich Mütter im bedürfnis- und bindungsorientierten Umgang mit ihren Kindern vom Baby- bis Kindergartenalter.
Ich erarbeite mit jeder Mutter individuelle, ressourcen- und lösungsorientierte Wege, um aus Erschöpfung oder (Wochenbett-) Depression heraus zu kommen oder ihnen vorzubeugen.

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